20.08.2017
Aktuell //
Chancenlos zum Saisonauftakt: Grenzau verliert in Mühlhausen


Auf eine Überraschung hatten sie gehofft, doch dann traten sie die Heimreise aus Thüringen mit lediglich einem einzigen Satzgewinn an: Der TTC Zugbrücke Grenzau hat den Saisonauftakt beim Post SV Mühlhausen (zu) deutlich verloren. Lediglich der Jüngste im Team Kirill Gerassimenko hatte beim 0:3 der Brexbachtaler in seinem Match eine kleine Chance auf einen Einzelsieg. Dieser Auftakt hat die Westerwälder geerdet. „Wir wissen jetzt direkt, wo wir dran sind“, sagte TTC-Cheftrainer Dirk Wagner. „Und wir wissen auch, woran wir jetzt arbeiten müssen. Und da sprechen wir nicht von Vorhand, Rückhand oder Topspin.“

Daniel Habesohn gegen Kirill Gerassimenko - die Nummer eins der Gastgeber gegen den jüngsten Mann beider Teams. „Das war die erhoffte Aufstellung, denn Kirill spielt gerne gegen Habesohn“, sagte Wagner. Und in der Tat: Der Kasache im TTC-Trikot spielte prima auf, gewann den ersten Satz mit 11:7 und war auch danach nicht weit weg von der Musik. „Habesohn war zu Beginn ein bisschen nervös, hat fast zwei Sätze gebraucht, um ins Spiel zu finden“, analysierte Wagner. „Kirill hat dann aber den Fehler gemacht und ist stehen geblieben, hat seinen Gegenüber spielen lassen. Dadurch kam Daniel mehr und mehr ins Spiel.“

Beim Stand von 10:10 im zweiten Satz hatte Gerassimenko eigenen Aufschlag, konnte die Situation aber nicht nutzen. Mit 12:10 ging der Durchgang an Habesohn, der in der Folge mit 11:7 und 11:6 den Sack zu machte. „Wir haben gesehen, dass Kirill es vom Potenzial her kann. Da war mehr drin für ihn. Er ist damit eine echte Alternative bei der Aufstellung. Wir ziehen das Positive aus diesem Match“, sagte Wagner.

Beim zweiten Match des Tages fiel es dem Cheftrainer ungleich schwerer, einen positiven Ansatz zu finden. Zu schwach präsentierte sich Grenzaus Nummer ein Kou Lei. Elf Punkte braucht es für einen Satzgewinn - die gelangen dem Ukrainer auch, allerdings im gesamten Match. Deutlich zu wenig für einen Spieler seiner Klasse, der das Duell gegen Ovidiu Ionescu mit 3:11, 4:11 und 4:11 verlor. Die Grenzauer waren extra am Vortag angereist, um ideale Bedingungen zu schaffen. Es half nichts.

„Kou Lei darf hier nicht nach siebeneinhalb Minuten und mit 0:3 aus der Box gehen“, ärgerte sich Wagner. „Er war nervös und hatte zunächst keinen Zugriff auf das Spiel. Aber er darf sich dann nicht so schnell aufgeben. Bei aller Wertschätzung: Er hat gegen Ionescu gespielt und nicht gegen Ma Long. Und selbst in einem solchen Spiel musst du immer alles versuchen und an dich glauben. Man kann auch mal zurückkommen und ein solches Spiel noch drehen.“

Mit dem 0:2-im Rücken war die Aufgabe für Constantin Cioti in dessen erstem Match für Grenzau ungleich schwerer. Und so konnte auch der Rumäne das Ruder nicht mehr herumreißen. Gegen den ehemaligen TTCler Lubomir Jancarik verlor Cioti das Match mit 5:11, 4:11 und 8:11. „Er hat ein wenig gebraucht, um ins Match zu finden“ sagte der TTC-Cheftrainer. „Das war nicht verwunderlich, sein letztes Spiel unter Wettkampfbedingungen hat er am Ende der Vorsaison für Bremen absolviert.“

Als Cioti seinen Rhythmus gefunden hatte, lief es auch deutlich besser. „Der dritte Satz war wirklich gut“, fand Wagner. „Da war er der bessere Spieler, aber da hatte er auch Pech. Zwei, drei unglückliche Bälle haben ihm den Satzgewinn gekostet und eine mögliche Wende im Spiel.“ Unterm Strich blieb für Wagner nur der Blick nach vorne: „Wir müssen jetzt an den Dingen, die uns gefehlt haben, arbeiten.“ Denn die nächste Aufgabe wird es in sich haben: Am Dienstag, 29. August, empfängt der TTC in heimischer Halle in der Deutschen Pokalmeisterschaft die TTF Ochsenhausen.

Post SV Mühlhausen - TTC Zugbrücke Grenzau 3:0
Daniel Habesohn - Kirill Gerassimenko 7:11, 12:10, 11:7, 11:6
Ovidiu Ionescu - Kou Lei 11:3, 11:4, 11:4;
Lubomir Jancarik - Constantin Cioti 11:5, 11:4, 11:8

Redaktion: Tom Neumann
Foto: Wolfgang Heil

 
 
News-Archiv:
PARTNER   GRENZAU-TV